Postkarte

Unverpackte rechteckige Briefsendung in Kartenform mit bestimmten Maßen (min. 14 x 9 cm, höchstens 14,8 x 10,5 cm, Stärke: max. 1 mm). Postkarten mit eingedruckten Postwertzeichen sind Ganzsachen.
Erstmals vom deutschen Geheimen Postrat Heinrich Stephan dem Generalpostamt und denn in einer Denkschrift anlässlich der 5. Postvereinskonferenz in Karlsruhe 1865 als Postblatt (ohne eingedruckten Postwertzeichen) vorgeschlagen. Wurde aber mit der Begründung abgelehnt, dass es "unmoralisch" oder "beleidigend" sei, Nachrichten offen zu verschicken; die Anregung wurde zu den Akten gelegt.
Inwieweit Dr. Emanuel Hermann, Prof. für Nationalökonomie und Enzyklopädie an der Militärakademie in Wiener Neustadt, von Stephans Vorschlag gewusst hat, ist nicht exakt nachprüfbar, doch darf angenommen werden, dass Hermann keine Kenntnis davon hatte. Jedenfalls erschien am 26. Januar 1869 in der Tageszeitung "Neue Freie Presse" ein Artikel von Dr. Hermann "Über eine neue Art der Correspondenz mittels der Post". Hermann dachte darin an eine neue, zu bestehende niedriger Gebühr zu befördernde Art von "Posttelegramm", d.h. die offen aufliegende Karte sollte auf 20 Textworte beschränkt bleiben.
Der Vorschlag Hermanns fand im Handelsministerium, dem Postwesen unterstand, sofort eine derart günstige Aufnahme, dass dieser bereits am 1. Oktober 1869 verwirklicht war. An diesem Tag lagen an allen Postschaltern der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn die ersten Postkarten vor, "Correspondenz-Karte" genannt. Die gedachte Begrenzung auf 20 Wörter unterblieb jedoch, der Absender durfte auf der Rückseite der nur 12 x 8,5cm großen Karte so viel schreiben, wie er wollte bzw. konnte.


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