Post, desinfizierte

Die Desinfizierung von Post erreichte angesichts mehrerer Epidemien im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Sendungen aus Ländern, in denen Seuchen grassierten, wurden einer Spezialbehandlung unterzogen. Die Desinfizierung erfolgte in eigens dafür eingerichteten Sanitätsstationen. Man verbrannte das Holz würziger Sträucher und Stauden und hielt die Briefe in deren Rauch, um sie zu reinigen. Später wurden dem Räucherpulver chemische Stoffe wie Schwefel und Salpeter beigemengt. Spezielle Stempel oder handschriftliche Hinweise kennzeichneten die Seuchenbriefe und gaben Auskunft über die erfolgte "Reinigung". Die Kosten einer Desinfektion wurden dem Briefempfänger in Rechnung gestellt. Aus Deutschland gibt es desinfizierte Briefe vor allem aus den Jahren 1805, 1831 und 1832, als Gelbfieber und Cholera drohten.


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